Vorzeitige Einschulung - unsere Position

Oft sind Eltern unsicher, ob ihr Kind vorzeitig - also auf Antrag - in die Schule gehen soll. Es gibt dabei einiges zu beachten:

 

  • Je leichter der Schulanfang, desto erfolgreicher die gesamte Grundschulzeit, eventuell sogar die gesamte Schulzeit.
  • Das Kind ist eines unter vielen anderen in der Klasse. Das muss es aushalten, es muss genug Persönlichkeit und Selbstwertgefühl entwickelt haben, um sich nicht zurückzuziehen oder nicht durch Auffälligkeit Zuwendung zu suchen.
  • Jungen sind in ihrer körperlichen und oft auch psycho-sozialen Entwicklung bis ins 16./17. Lebensjahr hinter den gleichaltrigen Mädchen zurück, um so mehr, je jünger sie sind als Mädchen. In Bezug auf Ausgeglichenheit, Ausdauer, Belastbarkeit, Verarbeitung, Verarbeitung von Misserfolg zeigt sich diese Weiterentwicklung der Mädchen. Sie haben ein geringeres Geltungsbedürfnis und sind weniger belastet durch Ehrgeiz und Konkurrenzverhalten.
  • Es wird immer wieder Entwicklungsphasen geben, in denen sich dieser Entwicklungsrückstand negativ bemerkbar macht.
  • Es gibt Kinder, die sind rundherum fit für die Schule (gut schulfähig). Antragskinder können schulfähig sein. Gut schulfähig sind sie meist erst im nächsten Jahr.
  • Antragskinder haben meist - vor allem in der ersten Zeit - Ausdauerprobleme, d.h. ein zu geringes Durchhaltevermögen. Hinzu kommen meist soziale Probleme durch eine soziale unreife, die fatale Folgen haben kann (Außenseiterrolle, Schulangst, Verhaltensauffälligkeiten).

 

  • Unbeschwerte Kindheit genießen lassen, „reifen lassen“, geht von allein. Soziale Reife ist die Voraussetzung für gute kognitive Leistungen und Lebensbewältigung. Kinder lernen immer, entwickeln sich, entwickeln soziale Reife im Spiel mit anderen Kindern.
  • Eine einseitige kognitive Ausrichtung hat oft negative Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung und Lebensbewältigung.
  • Ein trifftiger Grund für eine vorzeitige Einschulung wäre die Schulfähigkeit gekoppelt mit   einer unzertrennbaren Freundschaft mit einem Kind, das in die Schule kommt. Gibt es so eine Freundschaft?
  • In Ausnahmefällen raten einzelne Kinderärzte „Erst mal einschulen und dann weitersehen“. Wir halten diese Aussage für grundsätzlich falsch!

 

Anmerkung: In den vergangenen Jahren haben bei uns in Steinbach alle Eltern, die den Antrag auf vorzeitige Einschulung zurückgezogen haben, das auch später als richtige Entscheidung bezeichnet.